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Energiesparen


Energieeinsparung
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009
Neue Regeln für Hausbesitzer und Bauherren ab dem 01. Oktober 2009

Energiebedarf von Gebäuden soll um 30 Prozent sinken.

Die Energieeinsparverordnung ist eine Zusammenführung der Wärmeschutzverordnung und der Heizanlagenverordnung. Sie trat erstmal 2002 in Kraft und wurde bisher zwei mal novelliert.

Die letzte Novellierung die ab dem 01. Oktober 2009 in Kraft getreten ist, beinhaltet erstmals nennenswerte Verschärfungen des Anforderungsniveaus seit 1995.

Wesentliche Bestandteile der EnEV 2009 sind für:

Neubauten:

Wird ein Haus neu gebaut muss sein gesamter Jahresprimärenergiebedarf um 30 % niedriger liegen als noch nach der EnEV 2007 erforderlich. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss durchschnittlich 15 % effizienter sein als bisher

Altbauten:

Werden grössere bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt z.B. Austausch v. Fenstern, müssen die neuen Bauteile einen 30% besseren energetischen Wert erreichen als bisher gefordert. Die Alternative dazu müsste dafür gesorgt werden, das der Jahresprimärenergiebedarf des gesamten Gebäudes um 30% sinkt. Dies könnte durch den Einbau einer modernen Heizungsanlage erreicht werden.

Die EnEV stellt erstmals auch Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz und ermöglicht die Berücksichtigung solarer Wärmegewinne.

Die Verordnung gilt in Deutschland für
  • Gebäude mit normalen Innentemperaturen (Gebäude, die nach ihrem Verwendungszweck auf eine Innentemperatur von 19 Grad Celsius und jährlich mehr als vier Monate beheizt werden, sowie Wohngebäude, die ganz oder deutlich überwiegend zum Wohnen genutzt werden),
  • Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen (Gebäude, die nach ihrem Verwendungszweck auf eine Innentemperatur von mehr als 12 Grad Celsius und weniger als 19 Grad Celsius und jährlich mehr als vier Monate beheizt werden) einschließlich ihrer Heizungs-, raumlufttechnischen und zur Trinkwarmwasserbereitung dienenden Anlagen.

Die EnEV gilt nicht für:
  • Betriebsgebäude, die überwiegend der Tierhaltung dienen
  • Großflächige Betriebsgebäude, die lang anhaltend offen gehalten werden müssen
  • unterirdische Bauwerke
  • Räume, die der Aufzucht und dem Verkauf von Pflanzen dienen
  • Traglufthallen, Zelte und ähnliche Gebäude, die wiederholt aufgebaut und zerlegt werden müssen

Nach der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) von 2007 soll ein Energieausweis Transparenz über den Energieverbrauch oder -bedarf von bestehenden Gebäuden schaffen und etwas über den energetischen Zustand eines Gebäudes verraten.

Durch die stark gestiegenen Energiepreise ist der Energiebedarf eines Gebäudes maßgeblich an den Unterhaltskosten beteiligt. Für den Mieter ist diese "2. Miete" oft ausschlaggebend, ob er sich eine Wohnung leisten kann oder nicht.

Gebäude mit hohen Energiekennwerten sind nur mit erheblichem Kapitalaufwand auf einen geringen Energieverbrauch, etwa auf Neubauniveau, zu sanieren.

Der Energieausweis verrät daher etwas über den Sanierungsbedarf eines Gebäudes.

Energiesparungen im Haushalt 




Energiebedarf eines privaten Haushaltes

Heizung

In Mitteleuropa wird die meiste Energie für das Beheizen von Wohnraum aufgewendet.

Es ist möglich einen grossteil Energie einzusparen, wenn die Heizungsanlage gut geregelt und gesteuert wird. Ebenfalls sollte das Gebäude über eine gute Wärmedämmung sämtlicher Aussenflächen verfügen. Die Fenster sollten mit Wärmeschutzverglasung versehen sein.

Durch Wärmedämmung, Nutzung von Sonnenenergie und effizienter Heizungstechnik können bis zu 90 % der ursprünglich benötigten Heizenergie eingespart werden.

Dabei ist darauf zu achten, dass die Dämmstärke der Aussenwanddämmung nicht unter 12-14 cm liegt. Wichtig ist außerdem zu wissen, dass eine Dämmung der Außenwand die Innentemperatur der Wände erhöht und damit Schimmelbildung vorbeugt. Wenn gedämmt wird, sind die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 einzuhalten.

Bei der Anbringung einer Aussendämmung ist die Abstandsregelung zu beachten.

Bei Wärmedämmung, die in die Straßenseite hinein ragt, muss eine Mindestbreite des Fußwegs von 1,2 m gewährleistet bleiben. Ein Mindestabstand zu Nachbargrundstücken muss hingegen nicht eingehalten werden, d.h. die Wärmedämmung kann in der erforderlichen Stärke aufgebracht werden.

Nähere Auskünfte hierzu erteilt die Bauaufsicht des Lahn-Dill-Kreises.

Zusätzlich helfen Thermostate an Heizkörpern Räume nicht unnötig zu überheizen. Das Senken der Raumtemperatur ist eines der effektivsten Mittel zur Heizenergieeinsparung überhaupt. Insbesondere Schlaf- und Nebenräume sowie Hausflure können ohne Komfortverlust auf lediglich 15 °C geheizt werden. Bei Wohnräumen ist eine Temperatur von 20 bis 22 °C ausreichend. Dieses Einsparpotenzial erfordert jedoch ausreichend luftdichte Türen im Gebäude, die auch geschlossen gehalten werden.

Dies setzt auch energieeffizientes Lüften voraus. Dem Dauerlüften sollte das Stoßlüften vorgezogen werden.

Um effektiv zu heizen sollte darauf geachtet werden, keine Möbel, Vorhänge oder Heizkörperverkleidungen vor die Heizkörper zu stellen.

Warmwasser

Der zweitgrößte Energieverbrauch liegt in der Warmwasseraufbereitung

Das meiste Warmwasser wird im Bereich der Körperpflege verbraucht. Diesen kann man mit wassersparenden Duschköpfen reduzieren. Durch die deutlich erhöhte Austrittsgeschwindigkeit des Wasserstrahls wird die Durchflussmenge reduziert. Dadurch ist eine Einsparung von bis zu 50 % möglich. Letztlich ist jedoch auch das Nutzerverhalten maßgebend.

Kühlen und waschen

Kühlgeräte benötigen viel Energie, da ihre Motoren (thermostatgesteuert) immer wieder anspringen. Ein Kühlgerät benötigt umso mehr Energie, je schlechter es die Wärme an die Umgebungsluft abgeben kann. Daher verbessert gute Belüftung der Rückseite den Wirkungsgrad.

Vereiste Wärmeübertrager im Inneren verringern ebenfalls den Wirkungsgrad. Abhilfe schafft hier regelmäßiges Abtauen.

Bei Waschmaschinen sollte darauf geachtet werden die Maschinen bei einem Waschgang voll auszulasten. Bei leicht verschmutzter Wäsche sollte ein Kurzwaschgang oder Energiesparprogramm gewählt werden.

Das gleiche gilt für die Nutzung von Spülmaschinen.

Kochen

Hierfür gilt: Gasherde sind wg. der Wandlungsverluste bei der Umwandlung von Primärenergie in elektr. Strom im Kraftwerk grundsätzlich energieeffizienter.

Für das Kochen von Eiern und Wasser sind Eierkocher und Wasserkocher energieeffizienter als der Herd.

Beleuchtung

Energiesparlampen benötigen etwa ¼ der Energie von Glühlampen. Der Höhere Einkaufspreis und der Entsorgungsaufwand werden durch einen besseren Wirkungsgrad und die höhere Lebensdauer gerechtfertigt.

Durch den Einsatz von Vorschaltgeräten in Verbindung mit Bewegungs- u. Lichtsensoren kann bis zu 75 % gegenüber konventionellen Vorschaltgeräten eingespart werden.


Ansprechpartner für Fragen im Bereich Energie ist die

Deutsche Energie Agentur (dena)
Chausseestrasse 128a
10115 Berlin

www.dena.de

Alternative Energien im Hausbau


Im Rahmen einer Heizungserneuerung sollten alternative Energien in Betracht gezogen werden wie z.B.

Solarwärme

Bei solarthermischen Anlagen wandeln Sonnenkollektoren auf dem Dach die Solarstrahlung in nutzbare Wärme um. Diese wird von einem Wärmeträger - ein Wasser-Frostschutzgemisch - aufgenommen und von einer Umwälzpumpe in einen Warmwasserspeicher im Heizungsraum geleitet.

Im Speicher gibt die Trägerflüssigkeit ihre Wärme über einen Wärmetauscher an das Trinkwasser ab und wird zurück zum Kollektor geführt. Im Warmwasserspeicher ist ein zweiter Wärmetauscher eingebaut, mit dem das Wasser in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung (z.B. im Winter) durch den Heizkessel weiter erwärmt wird. Das Wasser-Frostschutzgemisch ist durch ein eigenständiges Rohrsystem vollständig vom Trinkwasserkreislauf getrennt und sorgt dafür, dass die Kollektoren im Winter nicht einfrieren und beschädigt werden.

Solarwärmeanlagen übernehmen die Trinkwassererwärmung im Sommer komplett - im Winter heizt die Heizung nach. Über das Jahr gesehen liefern Solaranlagen etwa 60 bis maximal 70 Prozent des Energiebedarfs für die Erwärmung des Trinkwassers. Größer dimensionierte Solaranlagen können aber auch einen Teil des Heizwärmebedarfs der Räume abdecken. Das Einsparpotenzial liegt dann, je nach Dämmstandard des Gebäudes, bei bis zu 20 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs. Besonders in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst kann eine solche Anlage einen deutlichen Beitrag leisten.

Für die Installation von Sonnenkollektoren bieten sich nach Süden orientierte Dach- und Fassadenflächen an, da die Sonneneinstrahlung aus südlicher Richtung am stärksten ist. Zwischen Ost und West sind aber alle Ausrichtungen realisierbar, gegebenenfalls muss die Kollektorfläche etwas größer gewählt werden. Sollten die Dach- oder Fassadenflächen nicht ausreichen oder schon belegt sein (z.B. für Photovoltaik), besteht auch die Möglichkeit, Sonnenkollektoren auf einem Garagendach oder im Garten aufzustellen. Optimal werden die Kollektoren in einem Neigungswinkel von 45 Grad angebracht, doch auch Neigungswinkel zwischen 30 und 60 Grad führen noch zu einem guten Ertrag.

Holzpelletheizungen

Der traditionelle Brennstoff Holz erlebt heute eine Renaissance in modernen und komfortablen Heizungsanlagen. Für die effiziente und umweltfreundliche Heizung kann Holz als Heizmaterial dafür unterschiedlich aufbereitet werden.

In Heizungsanlagen und Einzelöfen werden überwiegend Holzpellets verwendet - zu kleinen Stäbchen gepresstes Abfallholz. Besonders im ländlichen Raum und bei größeren Anlagen werden auch Hackschnitzel verwendet. Scheitholz wärmt nicht nur die direkte Umgebung vom Kamin sondern kann mit geeigneter Heizungstechnik auch ganze Gebäude mit Wärme versorgen.

Die Holzvergasung bietet die Möglichkeit zum Einsatz von Holz in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme mit hohen Wirkungsgraden erzeugen. Scheitholzkessel und Anlagen mit Hackschnitzeln in größeren Dimensionen können auch automatisch befüllt werden.

Holzheizungen produzieren Feinstaubemissionen - insbesondere bei schlechter Verbrennung. Die Emissionen bei der Verbrennung von Scheitholz im heimischen Kamin sind dabei besonders hoch. Moderne automatische Pelletheizungen haben im Vergleich dazu geringe Emissionswerte. Die zulässigen Grenzwerte für Immissionen sind derzeit in der "Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz" (1. BImSchV-Verordnung über kleine und mittlere Feueranlagen) geregelt, deren Novellierung geplant ist.

Für besonders emissionsarme und effiziente Holzpelletkessel gibt es das Umweltzeichen "Blauer Engel", achten Sie beim Kauf auf diese Kennzeichnung.

Wärmepumpenheizung

Heizungen mit Wärmepumpen werden seit rund 30 Jahren in Wohngebäuden eingesetzt, sind technisch ausgereift und zuverlässig. Sie erschließen die im Erdreich, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft gespeicherte Sonnenwärme und geben diese an den Heizkreislauf oder das Warmwasser ab. Am effizientesten sind Erdwärmepumpen, da das Erdreich im Gegensatz zur Außenluft auch im kalten Winter relativ konstante Temperaturen aufweist.

Allgemeines zur Förderung

Fördermittel sind in der Regel nicht unbegrenzt verfügbar, sondern auf eine bestimmte jährliche Höhe begrenzt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht meist nicht. Die meisten Förderungen werden auf Antrag gewährt. Mit der geförderten Maßnahme darf häufig erst begonnen werden, wenn ein schriftlicher Förderbescheid vorliegt. Deswegen sollten Eigentümer sich gut informieren und unterschiedliche Förderangebote vergleichen.

Ansprechpartner für Fragen in Bezug auf Fördermittel sind:

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Förderbank) bietet für Neubauvorhaben oder die Altbausanierung zinsgünstige Darlehen an. Die KfW-Darlehen müssen bei der jeweiligen Hausbank beantragt werden.

Informationshotline der KfW: 01801-33 55 77 (Ortstarif)

www.kfw.de

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet einen Zuschuss zu einer umfassenden Energiesparberatung für ältere Wohngebäude an. Den Antrag auf Bezuschussung muss ein vom BAFA anerkannter "Vor-Ort-Berater" stellen.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Frankfurter Strasse 29- 35
65760 Eschborn

www.bafa.de




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